Hintergründe

BrueckOmail ist ein von mir, Hanns Mattes, betriebener Server. Der Schwerpunkt liegt darauf, sichere und werbefreie E-Mail-Kommunikation anzubieten. Dazu zählt auch das Angebot eines Webmail-Zugangs und einer Reihe von Homepages. Das Projekt ist nicht kommerziell und nicht auf Gewinn aus.

Warum betreibt man einen Mailserver? Mail-Accounts gibt's doch überall, vom Bezahlten im Zusammenhang mit dem Internet-Provider, der den Zugang zum Netz verhökert, bis hin zu Web.de, GMX, Hotmail, Yahoo und wie sie noch alle heißen, die als "Freemailer" unterwegs sind.

Weil mir deren Angebote nicht gepasst haben.

Grundsätzliches

Ich bin kein Hellseher, aber mir war und ist der Gedanke grundsätzlich suspekt, meine Kommunikationsdaten anderen anzuvertrauen, sie also aus der Hand zu geben. Die Datensammelwut von Behörden war noch nicht das große Thema, als ich die BrueckOmail-Server aufsetzte, aber irgendwie fühle ich mich in meinem Misstrauen mittlerweile bestätigt. Mir geht's dabei ums Prinzip - eigentlich ist meine E-Mail-Kommunikation nicht besonders geheimnisvoll, aber sie geht eben Google, GMX, Telekom, Web.de und wen auch sonst noch nichts an. Die zwar erzwungene, aber dennoch große Kooperationsbereitschaft der großen Provider mit Behörden hat ein Übriges dazu getan, dass ich mich ziemlich bestätigt fühle :-)

Es gibt natürlich auch andere Provider, die ähnlich arbeiten, Posteo zum Beispiel, aber ich finde, mit BrueckOmail habe ich das auch gut hingekriegt.

Technisches

Die meisten Freemailer sind so konfiguriert, dass sie erst dann wirklich zu gebrauchen sind, wenn man in gerne gut verborgenen Menüs Einstellungen trifft, die das oftmals grenzwertige Default-Verhalten ändern. Ein Beispiel sind die gelegentlich grauenhaften Einstellungen der sogenannten Spam-Filter, die in aller Regel mehr schaden als nutzen.

Es gibt auch Freemailer, die vieles sehr gut machen. Google zum Beispiel. Inklusive der Weitergabe aller erdenklichen Daten an (amerikanische) Behörden. Fragt sich nur: Will ich das? Ich nicht.

Zweitens sind die meisten Freemail-Server und auch etliche großer Provider technisch nicht akzeptabel konfiguriert. Beispiel Spam: Wenn ein System eine Mail als Spam erkennt, dann sollte er sie besser gar nicht erst annehmen.

Die Analogie wäre ein Postamt, das sich weigert, einen Brief überhaupt anzunehmen. Nimmt es ihn nämlich an, das ist bei einem Server genauso, dann ist es auch dafür verantwortlich und muss eigentlich dafür sorgen, dass der Kunde den Brief auch auf jeden Fall erhält. Wenn nicht, dann erfährt der Absender auch sofort, warum seine Nachricht nicht akzeptiert wurde und kann den Fehler beheben.

Leider verfahren viele große Mailanbieter anders: Sie sortieren den Brief anschließend als Spam ein und schicken ihn entweder in einen speziellen Spam-Ordner (in dem dann auch fehlerhaft als Spam markierte Nachrichten landen), oder - ganz schlimm - sie verwerfen die Mail stillschweigend. Auf diese Art und Weise kann dann auch Mailverkehr verschwinden, der vom Nutzer gewünscht und legitim ist. Ein trauriges Beispiel für dieses Vorgehen ist übrigens Hotmail.

Richtig übel ist die Art und Weise, was diverse Freemail-Angebote so alles für Spam halten. Völlig legitime Nachrichten zum Beispiel von Mailinglisten werden verworfen, intransparente Blacklists gepflegt. Vieles wird dabei nicht aus technischen Gründen so gemacht, so mein Eindruck,sondern um Konkurrenz fernzuhalten. Eigentlich witzig wenn man bedenkt, dass ein Großteil des Spams genau über die großen Provider abgewickelt wird, die von anderen Providern fordern, sich an irgendwelchen "Reputation-Programmen" zu beteiligen.

An dieser Stelle möchte ich meine besten Grüße an Yahoo und Microsoft zum Ausdruck bringen, deren Arbeitsweise zu meinen fröhlichsten Momenten als Admin gesorgt hat. Ohne Ironie, wirklich.

Ach ja, das geht nicht nur mir so, sondern eigentlich der Mehrzahl der Mail-Admins. Kleine Leseprobe findet sich auf der Postfix-Mailingliste. Nur zur Verortung: Die Leute, die da schreiben, gehören zu den richtig Guten der Zunft. Christian Boltz erzählt am Ende des Gesprächs, warum die "Großen" diesen Mist überhaupt bauen.

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... nervt. Nicht nur Spam, sondern auch die Angebote, mit denen große Anbieter Kunden beglücken. Es ist völlig in Ordnung, wenn mir Web.de oder GMX prima Angebote für Urlaube, Rabatte und dergleichen mehr machen (man kann es einem Unternehmen nicht verübeln, dass es Geld verdienen will), aber ich möchte das einfach nicht haben.

Ganz besonders nervig finde ich es, wenn ich bei den Großen Mails über das Webinterface abfragen will und erst einmal mit aufgedonnerten Portalseiten konfrontiert werde, die mich mit Neuigkeiten versorgen wollen, von denen ich nichts wissen will.
Deswegen also BrueckOmail

Also habe ich 2007 selbst einen Mailserver aufgesetzt, der sich sehr strikt an technische Regeln hält, und der zum zweiten meinen Anforderungen an Sicherheit und Geschwindigkeit entspricht. Und da der Server sich zu Tode langweilen würde, müßte er sich nur um meine Post kümmern, können sich auch Freunde und Bekannte bei mir einen Mail-Account besorgen. Diejenigen, die das gemacht haben, sind gut damit gefahren.

Falls Dir mein Konzept eines (werbefreien und für Dich kostenlosen) flexiblen Mailservers gefällt - herzlich willkommen.